Fachoberschulreife nachholen

Wer sich durch den Dschungel der Bildungsabschlüsse und Möglichkeiten des zweiten Bildungsweges kämpft, fragt sich mitunter, ob er den Realschulabschluss oder die Fachoberschulreife nachholen soll. Dass es sich dabei um ein und denselben Bildungsabschluss handelt, ist vielen Menschen zunächst gar nicht bewusst. Damit in diesem Zusammenhang kein falscher Eindruck entsteht und man mitunter falsche Erwartungen entwickelt, sollte man vorab nicht nur das kostenlose Informationsmaterial verschiedener Anbieter unverbindlich anfordern, sondern sich auch mit der deutschen Bildungslandschaft auseinandersetzen.

Fachoberschulreife – Was ist das?

Zunächst sollte man sich damit befassen, was die Fachoberschulreife überhaupt ist. Schnell zeigt sich, dass es sich dabei um eine andere Bezeichnung für den mittleren Schulabschluss handelt. In Deutschland hat dieser verschiedene Namen, was dem Umstand geschuldet ist, dass die Bildung in die Kulturhoheit der Länder fällt. Demnach existieren in den Bundesländern eigene Schulgesetze, die unter anderem auch auf eigene Bezeichnungen für die Abschlüsse zurückgreifen. Die Bezeichnung Fachoberschulreife (FOR) ist vor allem in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg gebräuchlich.

Hinter der Fachoberschulreife, die ihren Namen der Tatsache verdankt, dass sie die Berechtigung zum Besuch einer Fachoberschule umfasst, verbirgt sich demnach die mittlere Reife beziehungsweise der Realschulabschluss. Viele Menschen entscheiden sich im Laufe ihres Lebens dazu, einen Schulabschluss nachzuholen, um ihren Bildungsstatus zu verbessern und sich auf diese Art und Weise bessere Berufschancen zu verschaffen.

Realschulabschluss, Fachoberschulreife oder Fachhochschulreife nachholen?

Die Vielzahl an unterschiedlichen Bezeichnungen und Abschlüssen, die auch auf dem zweiten Bildungsweg zur Auswahl stehen, machen es oftmals nicht leicht, sich hier zurechtzufinden und die richtige Wahl zu treffen. So fragt man sich mitunter, ob man den Realschulabschluss, die Fachoberschulreife oder die Fachhochschulreife nachholen soll. Zunächst ist dabei festzuhalten, dass zwischen dem Realschulabschluss und der Fachoberschulreife keine Unterschiede bestehen. Fachoberschulreife und Fachhochschulreife klingen zwar sehr ähnlich, sind aber vollkommen andere Abschlüsse. Während die FOR als mittlerer Bildungsabschluss in Erscheinung tritt, handelt es sich bei der Fachhochschulreife um das Fachabitur, das zum Studium an einer Fachhochschule berechtigt. Im Gegensatz dazu ermöglicht die Fachoberschulreife beziehungsweise der Realschulabschluss den Besuch einer Fachoberschule, eines Berufskollegs, einer Berufsoberschule oder eines Gymnasiums.

Die Fachoberschulreife mit Qualifikation

Vielfach soll die Fachoberschulreife als Zugang zur gymnasialen Oberstufe dienen, um dort das Abitur oder die Fachhochschulreife zu erwerben. Zuweilen existieren allerdings besondere Zugangsvoraussetzungen, so dass die einfache Fachoberschulreife nicht ausreicht. In solchen Fällen wird ein bestimmter Notendurchschnitt vorausgesetzt, der für einen sogenannten Qualifikationsvermerk sorgt. Dann handelt es sich somit um die Fachoberschulreife mit Qualifikation. Dieser qualifizierte Abschluss ebnet dann den Weg zur gymnasialen Oberstufe, die mit der allgemeinen Hochschulreife oder der Fachhochschulreife abgeschlossen werden kann. Wer zunächst den Realschulabschluss nachholen möchte und langfristig vielleicht ein berufsbegleitendes Studium anstrebt, sollte nach dem Hauptschulabschluss erst einmal die Fachoberschulreife mit Qualifikation in Angriff nehmen.