Studieren mit Realschulabschluss

Das Studieren mit Realschulabschluss ist keineswegs so abwegig, wie es auf den ersten Blick erscheint. Im deutschen Bildungssystem ist zwar das Abitur der Bildungsabschluss, der mit einer Hochschulzugangsberechtigung einhergeht, aber man kann durchaus auch ohne Allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife ein Studium an einer Hochschule aufnehmen. All diejenigen, deren höchster Schulabschluss die mittlere Reife ist, müssen somit nicht zwingend das Abitur nachholen, um ihren Studienwunsch zu verwirklichen. Wer mit Realschulabschluss studieren möchte, kann allerdings nicht direkt nach der mittleren Reife die Immatrikulation vornehmen, sondern muss noch einige weitere Voraussetzungen erfüllen. Der mittlere Bildungsabschluss allein reicht folglich nicht für den Hochschulzugang aus.

Absolventen der Realschule, die studieren möchten, kommt grundsätzlich entgegen, dass ein Studium ohne Abitur nicht kategorisch ausgeschlossen ist. Es gibt durchaus Wege an die Hochschule, ohne zuvor das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachholen zu müssen. Dies ist zwar eine sinnvolle Option, doch in vielen Fällen wollen Berufstätige auf schnellstem Wege zum Ziel gelangen und daher ohne vorherigen Abitur-Lehrgang das gewünschte Studium aufnehmen. Da der Bildungsbereich Ländersache ist, können die diesbezüglichen Möglichkeiten je nach Bundesland variieren.

Studieren mit Realschulabschluss als beruflich Qualifizierter

Viele Menschen, die nach dem mittleren Schulabschluss eine Berufsausbildung absolviert haben und nun seit einigen Jahren im Beruf tätig sind, wissen gar nicht, dass sie durchaus studieren könnten. Ganz ohne Abitur erfüllen sie als beruflich Qualifizierte die Zugangsvoraussetzungen und können sich somit an einer Universität oder anderen Hochschule einschreiben. Ob es sich dabei um ein Fernstudium, einen berufsbegleitenden Studiengang oder ein klassisches Studium in Präsenz und Vollzeit handelt, ist in diesem Zusammenhang unerheblich. Die genauen Zulassungsbedingungen können aber in den einzelnen Bundesländern etwas unterschiedlich ausfallen. Grundsätzlich muss man eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine mehrjährige Berufspraxis vorweisen können. Was unter mehrjährig zu verstehen ist, sollten Studieninteressierte stets nachfragen, wobei man im Allgemeinen von drei bis fünf Jahren Berufserfahrung ausgehen kann.

Studieren mit Realschulabschluss nach einer beruflichen Aufstiegsfortbildung

Unabhängig davon, ob man die Schule mit dem Hauptschulabschluss oder der mittleren Reife verlassen hat, kann auch eine berufliche Aufstiegsfortbildung die Tür zu einer akademischen Ausbildung öffnen. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist der Meister, der einen direkten Hochschulzugang ermöglicht. Wer zunächst einen Aufstieg auf der Karriereleiter im Sinn hat und dann doch noch studieren möchte, schafft mit einer beruflichen Aufstiegsfortbildung die ideale Basis.

Studieren mit Realschulabschluss über eine Zulassungsprüfung

Wer ein Realschulabschluss nachholen will und somit studieren möchte, muss sich zuweilen einer Zugangsprüfung unterziehen. Viele Hochschulen überprüfen so die Studierfähigkeit der Bewerber ohne Abitur. Neben dem Hochschulzugang über eine Zulassungsprüfung, der lediglich für die eine durchführende Hochschule gilt, existiert noch die Option, an einer Begabtenprüfung teilzunehmen und auf diese Art und Weise einen unbeschränkten Hochschulzugang zu erwerben. Zu guter Letzt setzen einige Hochschulen auf ein Probestudium und akzeptieren Studienbewerber ohne Abitur zunächst nur als Akademiestudierende. Nach erfolgreichem Abschluss des Probestudiums kann man dann auch mit mittlerer Reife studieren.