Realschulabschluss an der Werkrealschule machen

Wenn es darum geht, den Realschulabschluss zu machen, kommen verschiedene Bildungseinrichtungen in Betracht. Unter anderem ist hier auch die Werkrealschule aus Baden-Württemberg zu nennen, die einerseits zum klassischen mittleren Schulabschluss führt, andererseits aber schon einige Besonderheiten aufweist.

Zuweilen wird die Werkrealschule dafür scharf kritisiert, denn einerseits entsteht der Eindruck einer Realschule, andererseits entpuppt sich das Ganze als neue Bezeichnung für Hauptschulen in Baden-Württemberg. Dass die Werkrealschule zuweilen als Mogelpackung empfunden wird, ist also kein Wunder. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass man an der Werkrealschule den Realschulabschluss erlangen kann.

Wenn es um die mittlere Reife an der Werkrealschule geht, besteht bei vielen Menschen Klärungsbedarf. Folglich lohnt es sich, sich vorab eingehend mit dieser Schulform zu befassen und zu ergründen, was es damit auf sich hat. Da die Werkrealschule bereits mit der fünften Jahrgangsstufe beginnt, sind hier vor allem die Erziehungsberechtigten in der Pflicht und müssen sich die Frage stellen, ob sie ihr Kind auf eine Werkrealschule schicken sollen oder nicht.

Der Realschulabschluss an der Werkrealschule

Kinder können nach der Grundschule unterschiedlichste weiterführende Schulen besuchen und so einen Schulabschluss anstreben. Vielfach soll es der Realschulabschluss sein, der als mittlerer Schulabschluss viele Chancen und Perspektiven bietet. Zugleich muss man kein Gymnasium besuchen und die Oberstufe noch zusätzlich absolvieren, denn nach der zehnten Klasse ist Schluss. In Baden-Württemberg existiert noch eine weitere erwähnenswerte Schulform mit der Werkrealschule. Diese ist aus der früheren Hauptschule hervorgegangen und deckt die Klassen 5 bis 10 ab.

Nach der neunten Klasse an der Werkrealschule winkt der Hauptschulabschluss, während der Realschulabschluss nach der zehnten Klasse erlangt werden kann. Oftmals wird so zunächst der Hauptschulabschluss erworben, bevor man sich im nächsten Jahr an den Realschulabschluss heranwagt.

Im Gegensatz zu anderen Realschulen setzt die Werkrealschule dabei auf einen hohen Praxisbezug und schon früh auf Wahlfächer. Kinder und Jugendliche haben somit die Gelegenheit, Schwerpunkte zu setzen und ihre Potenziale bestmöglich zu nutzen. Auch in beruflicher Hinsicht können sich die praktischen Bezüge als überaus vorteilhaft erweisen, weil Auszubildende mit Werkrealschulabschluss bereits ein paar Vorkenntnisse mitbringen.

Voraussetzungen für den Realschulabschluss an der Werkrealschule

Familien, in denen der Besuch einer Werkrealschule diskutiert wird, müssen natürlich wissen, unter welchen Voraussetzungen Kinder hier aufgenommen werden. Grundsätzlich existieren keine besonderen Hürden, da sich die Werkrealschule nahtlos an die Grundschule anschließt.

Nach Abschluss der vierten Klasse kann somit ein Wechsel auf die Werkrealschule erfolgen, um dort schlussendlich den Realschulabschluss zu machen. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt können Schülerinnen und Schüler noch auf die Werkrealschule wechseln und müssen sich also nicht zwingend zu Beginn der Sekundarstufe 1 festlegen.

Realschulabschluss an der Werkrealschule machen – Die Vor- und Nachteile

Der Realschulabschluss an der Werkrealschule bietet viele Chancen, erweist sich aber auch immer wieder als heikles Thema. Eltern mit Kindern, die noch die Grundschule besuchen und bald in Sekundarstufe 1 wechseln sollen, müssen eine Entscheidung treffen. Oftmals herrscht allerdings eine große Verunsicherung vor, weshalb es wichtig ist, Informationen zu sammeln und genau abzuwägen.

Im Zuge dessen muss man der Frage nachgehen, ob es richtig ist, das Kind auf eine Werkrealschule zu schicken, um dort den Realschulabschluss zu machen. Aufgrund des noch jungen Alters der Kinder können diese nur bedingt in den Entscheidungsprozess einbezogen werden, so dass die Verantwortung bei den Erziehungsberechtigten liegt.

Vorteile Nachteile
  • schließt nahtlos an die Grundschule an
  • fungiert als Gemeinschaftsschule
  • erlaubt den Erwerb des Hauptschulabschlusses und des Realschulabschlusses
  • bietet einen hohen Praxisbezug
  • bieten individuelleren Unterricht in kleinen Klassen
  • entspricht zu einem großen Teil der Hauptschule
  • bietet keine Chance auf das Nachholen des Realschulabschlusses auf dem zweiten Bildungsweg
  • relativ seltene und nur in Baden-Württemberg gebräuchliche Schulform

Wenn es darum geht, sich für oder auch gegen den Realschulabschluss an einer Werkrealschule zu entscheiden, sind die genannten Vor- und Nachteile gleichermaßen zu berücksichtigen. Da die Schulwahl maßgebend für den weiteren Werdegang ist, sollte diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen werden. Stattdessen muss man genau abwägen.

Wie lange dauert der Erwerb des Realschulabschlusses an der Werkrealschule?

Kinder und Jugendliche, die die Werkrealschule besuchen, benötigen bis zum ersehnten Realschulabschluss üblicherweise sechs Jahre, schließlich absolvieren sie hier die Jahrgangsstufen 5 bis 10. Falls ein Schüler die Versetzung nicht schafft und eine Klasse wiederholen muss, verlängert sich die Schulzeit dementsprechend um ein Jahr.

Welche Kosten entstehen auf dem Weg zum Realschulabschluss an der Werkrealschule?

Werkrealschulen sind keine Einrichtungen des zweiten Bildungsweges oder private Institutionen, so dass Schüler/innen hier mit keinen Gebühren rechnen müssen. Für den Besuch einer Werkrealschule wird kein Schulgeld fällig, so dass der Erwerb des Realschulabschlusses hier garantiert keine Frage des Geldes ist.

Es handelt sich um öffentliche Schulen, die der Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht dienen und Kindern beziehungsweise Jugendlichen einen mittleren Schulabschluss in Aussicht stellen.

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