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Fachhochschulreife nachholen: Wege zum Fachabitur
Die Fachhochschulreife (FHR) - umgangssprachlich auch Fachabitur genannt - ist ein gehobener Schulabschluss der Sekundarstufe II und berechtigt zum Studium an einer Fachhochschule. Nachholen lässt sie sich in der Regel innerhalb von 24 bis 36 Monaten an einer Abendschule, einem Kolleg, in einem Fernkurs, am Telekolleg oder über die Externenprüfung. Voraussetzung ist in der Regel der Realschulabschluss beziehungsweise die Fachoberschulreife sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein einschlägiges Praktikum.
Die Fachhochschulreife setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: einem schulischen Teil - meist zwölf vollendete Schuljahre an einer entsprechenden Bildungseinrichtung - und einem praktischen Teil, der durch eine Berufsausbildung oder ein einjähriges fachpraktisches Praktikum erbracht wird. Erst nach Vorlage beider Nachweise wird das vollständige Zeugnis der Fachhochschulreife ausgestellt.
Was ist die Fachhochschulreife?
Die Fachhochschulreife ist ein anerkannter Schulabschluss der Sekundarstufe II. Sie berechtigt zum Studium an Fachhochschulen und in begrenztem Umfang auch an Universitäten - letzteres vor allem für Bachelor-Studiengänge mit anwendungsorientierter Ausrichtung. Inhaltlich vermittelt sie eine vertiefte Allgemeinbildung kombiniert mit einer beruflichen oder fachpraktischen Komponente.
Drei Aspekte sind zu unterscheiden:
- Schulischer Teil: wird durch den Besuch einer entsprechenden Bildungseinrichtung erworben. Dazu zählen Fachoberschule, Berufsoberschule, Berufskolleg, Berufsfachschule, Fachschule oder ein Bildungsgang am Abendgymnasium beziehungsweise Kolleg.
- Praktischer Teil: in Form einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder eines mindestens halbjährigen, in vielen Bundesländern einjährigen einschlägigen Praktikums.
- Vollständige Fachhochschulreife: wird nach Vorlage beider Nachweise als Zeugnis ausgestellt. Erst damit ist die Hochschuleinschreibung möglich.
Fachhochschulreife, fachgebundene Hochschulreife und Abitur
Die drei Begriffe werden häufig durcheinandergebracht. Eine klare Abgrenzung:
| Abschluss | Berechtigt zum Studium | Üblicher Weg |
|---|---|---|
| Fachhochschulreife (FHR) | an Fachhochschulen, in begrenztem Umfang an Universitäten | Fachoberschule, Berufsoberschule, Kolleg, Fernkurs, Abendschule |
| Fachgebundene Hochschulreife | an Universitäten und FH, beschränkt auf bestimmte Fachrichtungen | Berufsoberschule, beruflich qualifizierende Bildungsgänge (siehe Fachabitur) |
| Allgemeine Hochschulreife (Abitur) | an allen deutschen Hochschulen, alle Fachrichtungen | Gymnasium, Gesamtschule, Abendgymnasium, Kolleg, Fernkurs |
Die Wahl hängt vom angestrebten Studiengang ab. Wer einen konkreten anwendungsorientierten Bachelor an einer Fachhochschule anstrebt, kommt mit der Fachhochschulreife aus. Wer alle Optionen offenhalten möchte, sollte das Abitur ins Auge fassen.
Wege zur Fachhochschulreife auf dem Zweiten Bildungsweg
Mehrere Wege führen zum nachträglichen Erwerb der Fachhochschulreife.
Abendgymnasium oder Abendoberschule
Abendgymnasien und Abendoberschulen sind staatliche Schulen mit Unterricht in der Regel von 17 bis 21 Uhr, an vier bis fünf Werktagen pro Woche. Geeignet für Berufstätige mit stabilem Tagesablauf. Die Dauer beträgt typischerweise 24-30 Monate; der Besuch ist meist kostenfrei und durch Schüler-BAföG förderbar.
Kolleg
Kollegs sind Vollzeitschulen des Zweiten Bildungswegs. Voraussetzung ist in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mehrjährige Berufstätigkeit. Die Dauer beträgt 24-36 Monate bei einem wöchentlichen Aufwand von 30-35 Schulstunden. Der Besuch ist staatlich gefördert.
Fernkurs / Fernschule
Fernkurse vermitteln den Stoff über Lehrhefte, Online-Lernplattformen und einzelne Präsenzphasen. Die Lernzeit lässt sich am Alltag ausrichten. Die Kursgebühren liegen für die Fachhochschulreife in der Größenordnung von 2.500 bis 4.500 Euro über 24 bis 36 Monate. Die Abschlussprüfung findet als externe Prüfung an einer staatlichen Schule statt.
Telekolleg
Das Telekolleg kombiniert Fernunterricht über öffentlich-rechtliche Lehrsendungen mit Präsenzphasen an Samstagen. Diese Form wird vor allem im süddeutschen Raum angeboten und ist staatlich anerkannt. Die Dauer entspricht in etwa der eines Fernkurses; die Kosten liegen deutlich darunter.
Externenprüfung
Wer sich eigenständig auf die Fachhochschulreife vorbereitet, kann die Abschlussprüfung als Nichtschülerprüfung beim zuständigen staatlichen Schulamt ablegen. Voraussetzung ist eine intensive Selbstvorbereitung oder die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs.
Voraussetzungen und Zugang
- Mindestalter: meist 18 Jahre, an Kollegs in der Regel 19 Jahre.
- Vorbildung: Realschulabschluss beziehungsweise Fachoberschulreife. Für Personen mit Hauptschulabschluss bieten einzelne Träger Vorkurse zur Vorbereitung an.
- Berufsausbildung oder Praktikum: für die vollständige Fachhochschulreife wird eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein einschlägiges Praktikum von in der Regel 12 Monaten Dauer verlangt.
- Fremdsprachen: Englisch ist üblicherweise verpflichtend. Eine zweite Fremdsprache ist für die Fachhochschulreife in der Regel nicht erforderlich - anders als beim Abitur.
Dauer und Kosten
| Lernform | Dauer | Kursgebühr |
|---|---|---|
| Abendgymnasium / Abendoberschule | 24-30 Monate | meist kostenfrei |
| Kolleg | 24-36 Monate | meist kostenfrei |
| Fernkurs | 24-36 Monate | 2.500-4.500 € |
| Telekolleg | 24-36 Monate | geringe Anmeldegebühr |
| Externenprüfung | 12-24 Monate Vorbereitung | 100-200 € Prüfungsgebühr |
Eine vollständige Übersicht aller Abschluss-Wege findet sich auf der Seite Kosten.
Finanzierung und Förderung
Schüler-BAföG ist die wichtigste Förderung für Abendgymnasien, Kollegs und vergleichbare Einrichtungen. Es wird nicht zurückgezahlt. Stand 2025/26 liegen die monatlichen Sätze in der Größenordnung von 700-950 Euro für Volljährige außerhalb des Elternhaushalts. Anträge laufen über das örtliche Amt für Ausbildungsförderung.
Daneben kommt der Bildungskredit des Bundes (bis 7.200 Euro) in Frage, für Berufserfahrene das Aufstiegsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung. Kursgebühren an privaten Fernschulen sind häufig als Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Eine Übersicht: Fördermöglichkeiten und Zuschüsse.
Was kommt nach der Fachhochschulreife?
- Studium an einer Fachhochschule: in allen anwendungsorientierten Fachrichtungen - Wirtschaft, Technik, Sozialwesen, Gesundheit, Design.
- Bachelor-Studium an einer Universität: in bestimmten Bundesländern und für ausgewählte Studiengänge möglich; vor der Bewerbung ist die jeweilige Hochschulordnung zu prüfen.
- Höherwertige berufliche Aufstiegsfortbildung: als Eingangsvoraussetzung für viele staatlich geprüfte Fortbildungen - etwa Bachelor Professional, Betriebswirt, Techniker.
- Beamtenlaufbahn: für die Laufbahn des gehobenen nichttechnischen Dienstes wird die Fachhochschulreife in der Regel verlangt.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Fachhochschulreife und Fachabitur?
Beide Begriffe werden umgangssprachlich häufig synonym verwendet. Genau genommen umfasst „Fachabitur" sowohl die Fachhochschulreife (FH-Zugang) als auch die fachgebundene Hochschulreife (Universitätszugang in bestimmten Fachrichtungen). Mehr dazu: Fachabitur nachholen.
Wie lange dauert das Nachholen der Fachhochschulreife?
Die Dauer liegt je nach Lernform zwischen 24 und 36 Monaten. Vollzeit an einem Kolleg dauert 24 bis 30 Monate, Abendgymnasien 24 bis 30 Monate, Fernkurse 24 bis 36 Monate. Selbstvorbereitung mit Externenprüfung erfordert 12 bis 24 Monate je nach Vorkenntnissen.
Was kostet das Nachholen?
An staatlichen Abendgymnasien und Kollegs ist die Teilnahme meist kostenfrei. Private Fernschulen verlangen 2.500 bis 4.500 Euro. Telekollegs erheben nur eine geringe Anmeldegebühr. Die Externenprüfung selbst kostet 100 bis 200 Euro Prüfungsgebühr.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
In der Regel der Realschulabschluss beziehungsweise die Fachoberschulreife. Zusätzlich wird der praktische Teil verlangt - eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein einschlägiges Praktikum von mindestens sechs, häufig zwölf Monaten Dauer.
An welchen Hochschulen ist ein Studium möglich?
Mit der Fachhochschulreife ist das Studium an allen Fachhochschulen offen, alle Fachrichtungen. In einigen Bundesländern besteht auch der Zugang zu ausgewählten Bachelor-Studiengängen an Universitäten. Die jeweilige Studien- und Prüfungsordnung gibt verbindlich Auskunft.
Kann die Fachhochschulreife ohne Realschulabschluss erworben werden?
Ein direkter Erwerb ohne mittleren Schulabschluss ist nur in Sonderfällen vorgesehen - etwa über mehrjährige Berufstätigkeit und eine berufsbegleitende Eignungsfeststellung. Üblicher ist der zweistufige Weg: erst Realschulabschluss, dann Fachhochschulreife.
Der schnellste Weg für die meisten Berufstätigen ist die Fernschule - ortsunabhängig, im eigenen Tempo. Die drei staatlich zugelassenen Anbieter im direkten Vergleich:
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