Start › Realschulabschluss an der Berufsschule machen
Realschulabschluss an der Berufsschule machen
Wer eine duale Berufsausbildung absolviert, kann an vielen Berufsschulen parallel den Realschulabschluss erwerben - ohne zusätzliche Schule und ohne zusätzliche Kosten. Voraussetzung sind meist ausreichende Noten in Deutsch, Englisch und Mathematik in der Berufsschulabschlussprüfung sowie eine bestandene Berufsausbildung. Diese Variante ist die effektivste Lösung für Auszubildende ohne mittleren Schulabschluss; in den meisten Bundesländern wird der Realschulabschluss automatisch mit der Ausbildung vergeben.
Die Berufsschule gehört zur dualen Berufsausbildung dazu - der Besuch ist also keine zusätzliche Belastung, sondern bereits Bestandteil des Ausbildungsalltags. Wer parallel zur betrieblichen Praxis die Berufsschule besucht, kann auf der gleichen Strecke einen anerkannten allgemeinbildenden Abschluss mitnehmen.
Wie funktioniert der Realschulabschluss an der Berufsschule?
Die duale Berufsausbildung verbindet betriebliche Praxis mit Berufsschulunterricht. Der Berufsschulanteil umfasst meist 8 bis 12 Wochenstunden - entweder als ein bis zwei Berufsschultage pro Woche oder als Block über mehrere Wochen pro Halbjahr. Zum Pflichtfächerkanon gehören Deutsch, Englisch, Mathematik, Religions- oder Ethikunterricht, Sport sowie berufsbezogene Fächer.
Der Mechanismus zum Realschulabschluss:
- Bestandene Berufsausbildung: die Grundvoraussetzung. Die Abschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer beziehungsweise Handwerkskammer muss erfolgreich abgelegt sein.
- Berufsschulabschlussprüfung: umfasst Deutsch, Englisch und Mathematik. Ausreichende Noten in diesen Fächern bilden die Grundlage.
- Zusätzliche Anforderung Englisch: in manchen Bundesländern müssen Auszubildende, deren Beruf wenig Englischbezug hat, eine Englischzusatzprüfung ablegen.
- Antrag bei der Berufsschule: in einigen Bundesländern wird der Realschulabschluss automatisch erteilt; in anderen muss er beantragt werden.
Welche Voraussetzungen sind nötig?
- Hauptschulabschluss: ist Voraussetzung für die Berufsausbildung und damit indirekt für den Realschulabschluss-Erwerb. Wer keinen Hauptschulabschluss hat, erwirbt diesen meist automatisch mit der Berufsausbildung mit.
- Bestandene Berufsausbildung: die formale Voraussetzung. Eine abgebrochene Ausbildung führt nicht zum Realschulabschluss.
- Noten in Deutsch, Englisch, Mathematik: meist mindestens die Durchschnittsnote „befriedigend" (3,0) in den drei Fächern. Genaue Anforderungen variieren zwischen den Bundesländern.
- Anwesenheit am Berufsschulunterricht: regelmäßige Teilnahme am Pflichtunterricht über die Ausbildungsdauer.
Welche Bundesländer kennen diese Regelung?
In allen Bundesländern lässt sich der Realschulabschluss parallel zur Berufsausbildung erwerben - die konkreten Anforderungen unterscheiden sich allerdings:
| Bundesland | Mechanismus |
|---|---|
| Bayern | Automatischer Realschulabschluss mit Berufsausbildung bei Notendurchschnitt 3,0 |
| Baden-Württemberg | Realschulabschluss nach Antrag mit ausreichenden Noten |
| Nordrhein-Westfalen | Sekundarabschluss I - Fachoberschulreife mit Berufsschulabschluss erwerbbar |
| Niedersachsen | Sekundarabschluss I - Realschulabschluss bei ausreichenden Noten |
| Berlin, Brandenburg, Hamburg u. a. | Mittlerer Schulabschluss (MSA) bei entsprechenden Leistungen |
Die jeweilige Berufsschule oder die Schulberatung der Kommune gibt verbindlich Auskunft, welche Anforderungen im konkreten Bundesland und für den konkreten Ausbildungsberuf gelten.
Welche Vorteile bietet dieser Weg?
- Keine Zusatzkosten: der Berufsschulbesuch ist während der Ausbildung kostenfrei und Pflicht.
- Kein Zeitverlust: der Abschluss wird parallel zur Ausbildung erworben, nicht im Anschluss.
- Praxisbezug: die berufliche Praxis ergänzt den schulischen Stoff sinnvoll.
- Doppelter Mehrwert: Berufsabschluss und Schulabschluss in einer Ausbildung.
- Förderung möglich: während der Ausbildung kann Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) der Agentur für Arbeit gezahlt werden, wenn das Ausbildungsgehalt zur Bestreitung des Lebensunterhalts nicht ausreicht.
Wer kann diesen Weg nutzen?
- Auszubildende ohne Realschulabschluss: die Hauptzielgruppe - der Abschluss wird ohnehin am Ende der Ausbildung relevant.
- Quereinsteiger in eine duale Berufsausbildung: Personen, die nach längerer Pause eine Ausbildung beginnen und den Realschulabschluss noch nicht haben.
- Auszubildende mit Hauptschulabschluss als beruflichem Karriereziel: der zusätzliche Realschulabschluss eröffnet im Anschluss weitere Wege - etwa Fachhochschulreife, Aufstiegsfortbildung oder Studium ohne klassisches Abitur.
Wer bereits einen Realschulabschluss hat, kann an der Berufsschule den Erweiterten Realschulabschluss beziehungsweise die Fachhochschulreife als nächsthöheren Schritt anstreben - je nach Schulform und Bundesland.
Alternativen ohne Berufsausbildung
Wer aktuell keine duale Berufsausbildung absolviert, hat andere Wege:
- Abendrealschule - Unterricht von 17 bis 21 Uhr, 24-30 Monate.
- Volkshochschule - Teilzeit-Vorbereitungskurs, 18-24 Monate.
- Fernkurs - flexible Lernzeit, 18-30 Monate.
- Externenprüfung - Selbststudium plus Prüfung am Schulamt, 6-18 Monate.
Eine Übersicht aller Wege: Sekundarabschluss nachholen.
Häufige Fragen
Bekommt man den Realschulabschluss automatisch mit der Berufsausbildung?
In einigen Bundesländern (etwa Bayern) wird der Realschulabschluss bei ausreichenden Noten automatisch erteilt. In anderen ist ein Antrag bei der Berufsschule erforderlich. Die jeweilige Berufsschule gibt Auskunft über das konkrete Verfahren im jeweiligen Bundesland.
Welche Noten sind erforderlich?
In der Regel ein Notendurchschnitt von mindestens „befriedigend" (3,0) in Deutsch, Englisch und Mathematik in der Berufsschulabschlussprüfung. Genaue Anforderungen variieren je nach Bundesland und Ausbildungsberuf. Im Zweifel die Berufsschule oder das Schulamt kontaktieren.
Was kostet dieser Weg?
Nichts. Der Berufsschulbesuch ist während der Ausbildung kostenfrei und Pflichtbestandteil. Es fallen keine zusätzlichen Gebühren oder Materialkosten für den Realschulabschluss-Erwerb an, die über die normalen Ausbildungsanforderungen hinausgehen.
Was passiert, wenn die Ausbildung abgebrochen wird?
Wer die Ausbildung abbricht, erhält den Realschulabschluss nicht über diesen Weg. Möglich bleibt der nachträgliche Erwerb über eine Abendschule, einen Fernkurs, die VHS oder die Externenprüfung.
Gibt es eine Förderung während der Ausbildung?
Ja. Wer mit dem Ausbildungsgehalt seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten kann, hat Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) der Bundesagentur für Arbeit. Anträge laufen über die örtliche Arbeitsagentur. Daneben gibt es Wohngeld und andere Sozialleistungen je nach Lebenssituation.
Welche Bedeutung hat der Realschulabschluss neben dem Berufsabschluss?
Der Realschulabschluss öffnet weiterführende Bildungswege - etwa Fachhochschulreife, Abitur oder Aufstiegsfortbildungen wie Meister, Techniker oder Fachwirt. Ohne ihn bleiben viele dieser Anschlussmöglichkeiten verschlossen.
Der schnellste Weg für die meisten Berufstätigen ist die Fernschule - ortsunabhängig, im eigenen Tempo. Die drei staatlich zugelassenen Anbieter im direkten Vergleich:
Drei anerkannte Fernschulen im Überblick
Kostenloses Infomaterial direkt beim Anbieter anfordern - vergleichen lohnt sich, die Kurse unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt
Staatlich zugelassen (ZFU) · seit 1948
- Realschul-Abschluss
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Bundesweit anerkannt · seit 1948

Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe
- Realschul-Abschluss
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Klett-Gruppe · ZFU-zertifiziert

ILS Institut für Lernsysteme
Staatlich zugelassen (ZFU)
- Realschul-Abschluss
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Deutschlands größte Fernschule
Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Bei einer Bestellung von Infomaterial über einen dieser Links erhalten wir ggf. eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.