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Realschulabschluss nachholen an der VHS
Die Volkshochschule (VHS) ist eine kommunale Einrichtung der Erwachsenenbildung und in fast jeder deutschen Stadt vertreten. Sie bietet Vorbereitungskurse zum Hauptschulabschluss, zum Realschulabschluss und vereinzelt zur Fachhochschulreife an - meist in Teilzeit oder am Abend, mit Gebühren in der Größenordnung von 200 bis 1.500 Euro insgesamt. Die VHS gilt als niedrigschwelliger Einstieg in den Zweiten Bildungsweg, besonders für Lernende, die sich erst wieder in einen schulischen Lernkontext einfinden müssen.
Anders als eine Abendschule ist die VHS keine Schule im rechtlichen Sinne - sie bereitet auf die Externenprüfung an einer staatlichen Schule vor. Der Abschluss selbst wird also nicht von der VHS vergeben, sondern vom Schulamt nach erfolgreicher Prüfung anerkannt.
Was ist die Volkshochschule?
Volkshochschulen sind kommunale oder gemeinnützige Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Sie wurden Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet mit dem Auftrag, Bildung breit und niedrigschwellig zugänglich zu machen. Heute decken die rund 850 Volkshochschulen in Deutschland ein sehr breites Spektrum ab - von Sprachkursen über berufliche Weiterbildung bis hin zu Vorbereitungskursen für Schulabschlüsse.
Im Bereich des Zweiten Bildungswegs bietet die VHS in der Regel folgende Bildungsgänge:
- Vorbereitungskurs Hauptschulabschluss: 12-18 Monate Teilzeit-Lehrgang.
- Vorbereitungskurs Realschulabschluss / Sekundarabschluss I: 18-24 Monate.
- Vorbereitung auf die Fachhochschulreife: nur an größeren Volkshochschulen verfügbar; 24-36 Monate.
- Vorbereitung auf das Abitur: selten direkt an der VHS, häufig in Kooperation mit Abendgymnasien.
Wie funktioniert ein VHS-Kurs?
VHS-Kurse zum Schulabschluss sind meist als Teilzeit-Lehrgänge organisiert. Typische Eckdaten:
- Unterrichtszeiten: meist abends (17-21 Uhr) oder an Samstagen, alternativ Vormittagskurse für Personen ohne Vollzeitberuf.
- Wochenstunden: 6-12 Unterrichtsstunden pro Woche, je nach Bildungsgang.
- Fächer: Deutsch, Mathematik, Englisch durchgängig verpflichtend. Weitere Fächer je nach Abschluss.
- Gruppengröße: meist 12-20 Teilnehmende.
- Abschluss: nach Kursende Externenprüfung am zuständigen staatlichen Schulamt; die VHS koordiniert die Anmeldung.
Zusätzlich zur Unterrichtszeit ist mit 6-10 Stunden Lernzeit pro Woche zu rechnen.
Was kostet ein VHS-Kurs?
Die Gebühren liegen deutlich unter denen privater Fernschulen, aber über kostenfreien Abendschulen:
| Bildungsgang | Gesamtkosten | Zusätzlich |
|---|---|---|
| Hauptschulabschluss | 200-1.200 € | Lehrmaterial 30-100 € |
| Realschulabschluss / Sekundarabschluss I | 300-1.500 € | Lehrmaterial 50-150 € |
| Fachhochschulreife (wo angeboten) | 1.500-3.000 € | Lehrmaterial 100-200 € |
Die Gebühren werden meist semesterweise erhoben. Für einkommensschwache Teilnehmende gibt es Ermäßigungen oder vollständige Gebührenbefreiung - etwa für Bürgergeld-Empfangende oder Geringverdienende. Eine vollständige Übersicht: Kosten.
Förderung und Finanzierung
Für VHS-Kurse kommen mehrere Förderwege in Frage:
- Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsuchende und Bürgergeld-Empfangende können einen Bildungsgutschein erhalten. Die Bundesagentur übernimmt dann die Kursgebühren vollständig.
- Schüler-BAföG: in der Regel nicht für VHS-Kurse, weil diese rechtlich keine Schulen sind. Anders bei einigen besonderen Bildungsgängen - die VHS gibt Auskunft.
- Bildungsprämie und Landes-Förderungen: einige Bundesländer und der Bund fördern berufliche Weiterbildung mit Zuschüssen - meist 50 % bis maximal 500 Euro pro Kurs.
- Ratenzahlung: viele Volkshochschulen erlauben die Aufteilung der Kursgebühren auf mehrere Raten.
Eine Übersicht aller Förderwege findet sich unter Fördermöglichkeiten und Zuschüsse.
Für wen eignet sich die VHS?
- Wiedereinsteiger ins Lernen: wer lange nicht mehr gelernt hat, profitiert vom geringen Wochenstundenpensum und der ruhigen Lernatmosphäre.
- Personen mit moderatem Budget: die Gebühren liegen deutlich unter denen privater Fernschulen.
- Lernende mit Familien- oder Berufsverpflichtungen: die kleinen Wochenstunden lassen sich mit Vollzeitberuf vereinbaren.
- Lernende, die Präsenz schätzen: direkter Austausch mit Lehrkräften und Mitlernenden statt Selbststudium.
Wer einen schnelleren Weg sucht und Eigendisziplin mitbringt, kommt mit einem Fernkurs oder der Externenprüfung oft schneller zum Ziel.
VHS finden und anmelden
In Deutschland gibt es rund 850 Volkshochschulen, organisiert im Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV). Die jeweilige Stadt-VHS informiert über aktuelle Kurse zum Nachholen von Schulabschlüssen. Auch eine Anfrage bei der Schulberatung der Kommune oder beim örtlichen Schulamt führt zur passenden VHS.
Die Anmeldung erfolgt direkt bei der VHS, meist über das Online-Portal oder persönlich vor Ort. Vor Kursbeginn wird häufig ein Einstufungstest durchgeführt, der das passende Lernniveau ermittelt.
Häufige Fragen
Welche Schulabschlüsse kann man an der VHS nachholen?
An nahezu allen Volkshochschulen sind Vorbereitungskurse zum Hauptschulabschluss und zum Realschulabschluss verfügbar. An größeren VHS gibt es teilweise Kurse zur Fachhochschulreife. Vorbereitungskurse zum Abitur sind selten und werden meist in Kooperation mit Abendgymnasien angeboten.
Wie lange dauert ein VHS-Lehrgang?
Vorbereitungskurse zum Hauptschulabschluss dauern 12 bis 18 Monate, zum Realschulabschluss 18 bis 24 Monate. Kurse zur Fachhochschulreife liegen bei 24 bis 36 Monaten. Das wöchentliche Pensum beträgt 6 bis 12 Unterrichtsstunden plus 6 bis 10 Stunden Lernzeit.
Was kostet ein VHS-Kurs?
Kurse zum Hauptschulabschluss liegen bei 200 bis 1.200 Euro insgesamt, zum Realschulabschluss bei 300 bis 1.500 Euro. Kurse zur Fachhochschulreife können 1.500 bis 3.000 Euro kosten. Für einkommensschwache Teilnehmende gibt es Ermäßigungen oder vollständige Gebührenbefreiung.
Wer übernimmt die Kursgebühren?
Bürgergeld-Empfangende und Arbeitsuchende können einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit erhalten - dieser deckt die Kursgebühren vollständig. Daneben gibt es die Bildungsprämie des Bundes und landesspezifische Weiterbildungszuschüsse, meist als 50-Prozent-Anteil.
Wird der Abschluss von der VHS vergeben?
Nein. Die VHS bereitet auf die Externenprüfung vor. Die Abschlussprüfung wird am zuständigen staatlichen Schulamt abgelegt; der Abschluss ist bundesweit anerkannt. Die VHS koordiniert die Anmeldung zur Prüfung.
Gibt es Schüler-BAföG für VHS-Kurse?
In der Regel nicht, weil Volkshochschulen rechtlich keine Schulen sind. Anders sieht es bei besonderen Bildungsgängen mit Schulstatus aus - die zuständige VHS gibt Auskunft. Bürgergeld-Empfangende sollten den Bildungsgutschein bei der Bundesagentur für Arbeit anfragen.
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