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Gut bezahlte Ausbildungsberufe mit Realschulabschluss
Gut bezahlte Ausbildungsberufe mit Realschulabschluss finden sich vor allem in den Bereichen Banken/Versicherungen, Industrie, IT, Verwaltung und in spezialisierten Handwerksberufen. Einstiegsgehälter nach abgeschlossener Ausbildung liegen je nach Branche und Region zwischen 2.400 und 3.800 Euro brutto pro Monat - deutlich über dem Durchschnitt vieler anderer Ausbildungsberufe. Die höchsten Einstiegsgehälter erreichen Industriemechaniker, Mechatroniker, Bankkaufleute und IT-Berufe.
Wer mit dem Realschulabschluss langfristig ein überdurchschnittliches Einkommen anstrebt, sollte neben dem reinen Ausbildungsgehalt vor allem die späteren Gehaltsperspektiven und Aufstiegschancen prüfen - eine besonders gut bezahlte Ausbildung muss nicht zwangsläufig auch zu den bestbezahlten Endgehältern führen.
Top-Ausbildungsberufe nach Einstiegsgehalt
Die folgende Übersicht listet Ausbildungsberufe mit überdurchschnittlichen Einstiegsgehältern. Die genannten Beträge sind Brutto-Monatsgehälter im ersten Jahr nach abgeschlossener Ausbildung (Stand 2025/26, gemittelt nach Bundesländern und Branchen):
| Ausbildungsberuf | Einstiegsgehalt brutto/Monat | Branche |
|---|---|---|
| Mechatroniker/in | 2.900-3.500 € | Industrie |
| Industriemechaniker/in | 2.800-3.500 € | Industrie / Maschinenbau |
| Bankkauffrau/-mann | 2.800-3.400 € | Finanzdienstleistungen |
| Fachinformatiker/in | 2.700-3.400 € | IT |
| Elektroniker/in für Betriebstechnik | 2.700-3.300 € | Industrie / Energiewirtschaft |
| Chemikant/in | 2.800-3.300 € | Chemische Industrie |
| Industriekauffrau/-mann | 2.500-3.200 € | Industrie |
| Versicherungskauffrau/-mann | 2.400-3.100 € | Versicherungswesen |
| Verwaltungsfachangestellte/r | 2.400-3.000 € | Öffentlicher Dienst |
| Anlagenmechaniker SHK | 2.400-3.100 € | Handwerk |
Die Bandbreite entsteht durch regionale Unterschiede, Branchen-Tarife und Betriebsgröße. Großindustrie und tarifgebundene Unternehmen zahlen tendenziell höher, kleine Betriebe und Branchen ohne Flächentarif niedriger.
Welche Faktoren bestimmen das Gehalt?
Mehrere Faktoren entscheiden über die spätere Gehaltshöhe - über das reine Ausbildungsgehalt hinaus:
- Branche: Chemie, Versicherungswesen, Banken und Maschinenbau zahlen über den meisten anderen Branchen. Einzelhandel, Gastronomie und Friseurhandwerk liegen niedriger.
- Tarifbindung: tarifgebundene Unternehmen zahlen in der Regel deutlich über dem Marktdurchschnitt. Wer in eine tarifgebundene Branche einsteigt, hat schon zu Beginn einen Gehaltsvorteil.
- Region: in Süddeutschland und Hessen liegen die Gehälter im Schnitt 10-20 Prozent über denen in Ostdeutschland. In Großstädten höher als auf dem Land.
- Betriebsgröße: Großunternehmen ab 500 Mitarbeitenden zahlen Ausbildungsabsolventen typischerweise 200-500 Euro mehr pro Monat als kleine Betriebe.
- Zusatzqualifikationen: während der Ausbildung erworbene Zertifikate (Schweißerschein, IT-Zertifikate, kaufmännische Zusatzqualifikationen) verbessern die Verhandlungsposition.
Berufe mit hohem Aufstiegspotenzial
Neben dem Einstiegsgehalt zählt die langfristige Gehaltsentwicklung. In folgenden Berufen ist das Aufstiegspotenzial besonders hoch:
- Industriemeister/in: nach einigen Jahren Berufserfahrung und Meisterprüfung sind 4.500-6.000 Euro Brutto erreichbar.
- Bankbetriebswirt/in: mit Weiterbildung zur Bankfachwirt/in und später zur Bankbetriebswirt/in sind 5.000-6.500 Euro erreichbar.
- IT-Spezialist/in: nach drei bis fünf Jahren Berufserfahrung mit Spezialisierung auf Cloud, Cybersecurity oder Datenanalyse oft 4.500-5.500 Euro.
- Technische/r Betriebswirt/in: aufbauend auf Mechatroniker oder Industriemechaniker - 4.500-6.000 Euro nach Aufstiegsfortbildung.
- Verwaltungswirt/in im gehobenen Dienst: nach Aufstiegsqualifikation Beamtenstatus und entsprechende Gehaltsstufen.
Schulische vs. duale Ausbildung beim Gehalt
Schulische Ausbildungen - etwa Erzieher/in, Physiotherapeut/in, Ergotherapeut/in - bieten in der Ausbildungszeit keine Vergütung. Das spätere Einstiegsgehalt liegt aber häufig im mittleren Bereich (2.300-2.900 Euro), die langfristige Gehaltsentwicklung ist überschaubar.
Duale Ausbildungen zahlen während der Ausbildung 600-1.200 Euro pro Monat. Die Einstiegsgehälter nach abgeschlossener Ausbildung sind durchschnittlich höher als bei schulischen Ausbildungen - das Aufstiegspotenzial in vielen Bereichen ebenfalls.
Wer auf das Ausbildungsgehalt angewiesen ist, sollte eine duale Ausbildung wählen. Bei schulischen Ausbildungen kann Schüler-BAföG die Finanzierungslücke schließen.
Weiterbildung steigert den Verdienst
Wer mit Realschulabschluss in eine Ausbildung einsteigt, hat alle Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung:
- Meister, Techniker, Fachwirt: Aufstiegsfortbildungen sind formal dem Bachelor gleichgestellt. Gefördert über das Aufstiegs-BAföG.
- Betriebswirt/in: kaufmännische Weiterbildung mit deutlicher Gehaltssteigerung.
- Bachelor-Studium nach Berufsausbildung: ohne Abitur möglich nach mehrjähriger Berufstätigkeit (siehe Studieren mit Realschulabschluss).
- Fachhochschulreife nachholen: für einen späteren Wechsel an die Fachhochschule (siehe Fachhochschulreife nachholen).
- Spezialisierungen und Zertifikate: in IT, Projektmanagement, Sprachen oder fachspezifischen Bereichen.
Häufige Fragen
Welche Ausbildung ist am besten bezahlt?
Beim Einstiegsgehalt führen Mechatroniker, Industriemechaniker, Bankkaufleute und Fachinformatiker mit 2.700 bis 3.500 Euro brutto im ersten Berufsjahr. Beim langfristigen Gehaltspotenzial liegen Industriemeister, Bankbetriebswirt und IT-Spezialisten vorn - nach einigen Jahren Berufserfahrung mit Weiterbildung 4.500 bis 6.500 Euro.
Welche Branchen zahlen am besten?
Chemische Industrie, Versicherungswesen, Banken, Maschinenbau und Energiewirtschaft zahlen in tarifgebundenen Unternehmen über dem Durchschnitt. Süddeutschland und Hessen liegen im Schnitt 10 bis 20 Prozent über Ostdeutschland. Großunternehmen zahlen mehr als Kleinbetriebe.
Lohnt sich eine Weiterbildung nach der Ausbildung?
Ja, in den meisten Fällen deutlich. Aufstiegsfortbildungen wie Meister, Techniker oder Fachwirt führen typischerweise zu Gehaltssprüngen von 30 bis 60 Prozent gegenüber dem Einstiegsgehalt nach der Ausbildung. Sie sind formal dem Bachelor gleichgestellt und über Aufstiegs-BAföG gefördert.
Was verdienen Mechatroniker konkret?
Einstiegsgehalt nach abgeschlossener Ausbildung liegt bei 2.900 bis 3.500 Euro brutto in der Industrie. Mit Berufserfahrung und Weiterbildung zum Techniker oder Industriemeister sind 4.500 bis 6.000 Euro nach 5 bis 10 Jahren erreichbar. In tarifgebundenen Großunternehmen liegt die Spanne im oberen Bereich.
Ist eine schulische Ausbildung finanziell sinnvoll?
Es kommt auf den Beruf an. Schulische Ausbildungen in Pflege, Therapie und Pädagogik haben moderate Einstiegsgehälter (2.300-2.900 Euro). Über die Ausbildungszeit fällt das fehlende Ausbildungsgehalt ins Gewicht - Schüler-BAföG mildert das ab. Wer langfristig in diese Berufe will, kann den Einkommensnachteil in Kauf nehmen.
Bringt der Erweiterte Realschulabschluss mehr Geld?
Indirekt ja. Der Erweiterte Realschulabschluss verbessert die Chancen auf besser bezahlte Ausbildungen - etwa Bank, Versicherung, technische Industrie. Bei der reinen Ausbildungsvergütung wirkt er sich kaum aus; bei der Bewerbung und den späteren Aufstiegschancen schon.
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