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Realschulabschluss nachholen ohne Englisch

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Den Realschulabschluss ohne Englischprüfung nachzuholen ist nur in Sonderfällen möglich. Englisch gehört bundesweit zu den Pflichtfächern der mittleren Reife und wird auch auf dem Zweiten Bildungsweg geprüft. Eine Ausnahme gilt für Personen mit nicht-deutscher Erstsprache: In einigen Bundesländern kann die Muttersprache des Lernenden als Ersatz für Englisch anerkannt werden - etwa Türkisch, Russisch, Arabisch oder Polnisch. Für deutsche Muttersprachler ohne Englischvorkenntnisse bleibt nur der Weg, Englisch nachzuholen.

Wer mit dem Gedanken spielt, den Realschulabschluss ohne Englisch zu erwerben, sollte realistisch prüfen: Es geht in den meisten Fällen nicht ums Vermeiden der Sprache, sondern ums Aufbauen ausreichender Grundkenntnisse während des Bildungsgangs. Vorbereitungskurse und gezielte Förderprogramme helfen dabei.

Erwachsene Frau lernt mit Deutsch-Lehrbuch, Wörterbuch und Notizen am Schreibtisch zur Vorbereitung auf den Schulabschluss

Warum ist Englisch verpflichtend?

Englisch ist seit Jahrzehnten bundesweit Pflichtfach der Sekundarstufe I. Der Grund: Englischkenntnisse gelten als Schlüsselqualifikation in nahezu allen Bereichen der modernen Arbeitswelt - von kaufmännischen Berufen über Technik und IT bis zu akademischen Bildungswegen. Wer den Realschulabschluss anstrebt, soll auch ein gewisses Englisch-Niveau nachweisen können.

Üblicherweise umfasst der Englischunterricht:

Sonderregelung für Personen mit nicht-deutscher Erstsprache

In mehreren Bundesländern besteht für Personen mit anderer Erstsprache als Deutsch oder Englisch die Möglichkeit, ihre Muttersprache als Ersatz für Englisch in die Prüfung einzubringen - vorausgesetzt, die Sprache wird vom Schulamt als prüfbare Fremdsprache anerkannt.

Häufig anerkannte Ersatzsprachen sind unter anderem:

Die genaue Anerkennung hängt vom Bundesland und vom konkreten Schulamt ab. Vor der Anmeldung ist eine schriftliche Anfrage beim zuständigen Schulamt empfehlenswert.

Voraussetzungen für die Anerkennung der Muttersprache

Was tun, wenn die Sonderregelung nicht greift?

Wer keine andere anerkannte Erstsprache hat und Englisch im Vorfeld vermeiden wollte, kommt um das Nachholen der Englischkenntnisse nicht herum. Mehrere Wege erleichtern den Einstieg:

VHS-Englischkurse

Volkshochschulen bieten Englischkurse für jedes Niveau - von Anfänger A1 bis Aufsteigerstufen. Wer parallel zum Realschulabschluss-Lehrgang einen VHS-Englischkurs besucht, kann die Lücke gezielt schließen. Kosten: 80 bis 200 Euro pro Kurs (40 bis 80 Unterrichtseinheiten).

Online-Sprachkurse und Apps

Apps wie Babbel, Duolingo oder Mondly bieten strukturierte Englischkurse für den Selbststudium-Einstieg. Sinnvoll als Ergänzung zum klassischen Unterricht, nicht als Ersatz für die schulische Vorbereitung.

Vorkurse an Bildungseinrichtungen

Einige Abendrealschulen und private Fernschulen bieten Vorbereitungskurse für Englisch an, die explizit auf den Realschulabschluss-Prüfungsstoff zugeschnitten sind. Dauer meist 6 bis 12 Monate.

Anerkannte Englisch-Zertifikate

In einigen Bundesländern können externe Englisch-Zertifikate als Ersatz für die schriftliche Englischprüfung dienen. Mögliche Zertifikate:

Die Anerkennung hängt vom Bundesland und der konkreten Bildungseinrichtung ab. Vor Beginn der Vorbereitung ist eine Anfrage beim Schulamt empfehlenswert.

Englischanforderungen bei verschiedenen Lernformen

LernformEnglischanforderung
AbendrealschuleEnglisch Pflichtfach, schriftliche und mündliche Prüfung
VHS-KursEnglisch Pflichtfach, schriftliche Externenprüfung
FernkursEnglisch durchgehend, Externenprüfung an staatlicher Schule
Berufsschule (während Ausbildung)Mindestens 5 Jahre dokumentierter Englischunterricht; Noten in Berufsschulabschlussprüfung
ExternenprüfungEnglisch obligatorisch, gegebenenfalls Sonderregelung für Erstsprache

Für wen ist die Sonderregelung sinnvoll?

Für deutsche Muttersprachler ohne Englischvorkenntnisse besteht die Sonderregelung nicht - der Weg führt über das Nachholen der Englischkenntnisse.

Häufige Fragen

Ist der Realschulabschluss ohne Englisch wirklich möglich?

Nur in Sonderfällen. Englisch ist Pflichtfach bundesweit. Personen mit nicht-deutscher Erstsprache können in mehreren Bundesländern ihre Muttersprache als Ersatz für Englisch einbringen - vorausgesetzt, die Sprache wird vom Schulamt anerkannt. Für Deutsche Muttersprachler besteht diese Ausnahme nicht.

Welche Sprachen werden als Ersatz für Englisch anerkannt?

Häufig anerkannt sind Türkisch, Russisch, Polnisch, Arabisch, Italienisch, Spanisch, Französisch und Portugiesisch. Die genaue Liste hängt vom Bundesland und vom Schulamt ab. Voraussetzung ist eine prüfbare Vorbildung in der jeweiligen Sprache.

Wo kann Englisch nachgeholt werden?

Volkshochschulen bieten Englischkurse für jedes Niveau, mit Kursgebühren zwischen 80 und 200 Euro pro Kurs. Einige Abendrealschulen und private Fernschulen haben gezielte Vorbereitungskurse. Online-Apps wie Babbel oder Duolingo eignen sich als Ergänzung - nicht als Ersatz für strukturierten Unterricht.

Reicht ein Englisch-Zertifikat als Ersatz?

In einigen Bundesländern werden externe Zertifikate wie telc, Cambridge oder LCCI als Ersatz für die schriftliche Englischprüfung anerkannt. Die Anerkennung hängt von Bundesland und Bildungseinrichtung ab. Eine schriftliche Anfrage beim zuständigen Schulamt klärt vorab den konkreten Fall.

Welches Englischniveau ist erforderlich?

Für den Realschulabschluss meist GER B1 - also etwa der Stand nach 5 bis 6 Jahren Schulenglisch. In einigen Bundesländern wird B1+ oder B2 gefordert. Wer von einem niedrigeren Niveau startet, sollte mindestens 12 Monate Vorbereitungszeit für Englisch einplanen.

Was tun bei großer Englischlücke?

Realistisch früh anfangen: 6 bis 12 Monate vor dem geplanten Bildungsgang einen Englisch-Grundkurs an der VHS belegen, parallel mit einer Lern-App üben, Englischfilme und -serien mit Untertiteln nutzen. Eine schrittweise Annäherung über mehrere Monate ist effektiver als ein Crashkurs kurz vor der Prüfung.

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