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Schulabschluss nachholen: Tipps & Links
Wer den Schulabschluss nachholen möchte, braucht neben einem klaren Bildungsweg auch verlässliche Anlaufstellen für Information, Beratung und Förderung. Diese Übersicht bündelt die wichtigsten Stellen, an die sich Lernende und Interessierte für konkrete Fragen wenden können - vom örtlichen Schulamt für Externenprüfungen über die Bundesagentur für Arbeit für Bildungsgutscheine bis zu spezialisierten Beratungsstellen für den Zweiten Bildungsweg.
Eine gute Vorbereitung beginnt mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Vor der Entscheidung für eine Lernform empfiehlt sich ein Termin bei der Schulberatung der Kommune oder bei der Bildungseinrichtung selbst. Die genannten Stellen sind kostenfrei, unabhängig und an die Belange der Beratenen gebunden.
Zuständige staatliche Stellen
Schulberatung der Kommune
Die Schulberatung der Kommune ist erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um den Zweiten Bildungsweg. Sie informiert über die verfügbaren Schulformen vor Ort - Abendschulen, Volkshochschulen, Kollegs - und nennt zuständige Ansprechpartner. Die Beratung ist kostenfrei und unverbindlich. Termine werden direkt beim Schulamt der Stadt oder des Landkreises vereinbart.
Zuständiges staatliches Schulamt
Das Schulamt ist die zentrale Stelle für die Anmeldung zur Externenprüfung sowie für Anerkennungsfragen ausländischer Schulabschlüsse. Hier werden auch Anfragen zu Bundesland-spezifischen Sonderregelungen - etwa Englisch-Ersatzprüfungen oder Qualifikationsvermerk-Anforderungen - verbindlich beantwortet. Die genaue Zuständigkeit richtet sich nach dem Wohnort.
Bundesagentur für Arbeit / Jobcenter
Die Bundesagentur für Arbeit ist die wichtigste Anlaufstelle für Bildungsförderung im Erwerbskontext. Konkrete Leistungen:
- Bildungsgutschein für AZAV-zertifizierte Lehrgänge - übernimmt die vollständigen Kursgebühren für Arbeitsuchende und Bürgergeld-Empfangende.
- Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) für junge Erwachsene ohne Schulabschluss und Ausbildungsplatz.
- Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) während einer Berufsausbildung.
- Beratung über regionale Bildungsmöglichkeiten und Karrierewege.
Termine werden über die örtliche Arbeitsagentur oder das zuständige Jobcenter vereinbart.
Amt für Ausbildungsförderung (BAföG-Amt)
Das BAföG-Amt - auch Amt für Ausbildungsförderung genannt - ist zuständig für das Schüler-BAföG. Anträge werden hier gestellt; konkrete Auskünfte über die Förderfähigkeit der jeweiligen Bildungseinrichtung und die persönlich zustehenden Beträge können vor der Antragstellung eingeholt werden. Die Zuständigkeit richtet sich nach dem Schulort.
Bundesweite Anlaufstellen und Informationsportale
Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB)
Die SBB vergibt das Aufstiegsstipendium für Berufserfahrene mit Studienwunsch. Voraussetzung sind eine abgeschlossene Berufsausbildung mit guten Leistungen sowie mehrjährige Berufspraxis. Das Stipendium fördert ein Studium mit monatlichen Zuschüssen und einer Studienbüchergeldpauschale. Informationen und Antragsformulare sind direkt bei der SBB verfügbar.
Bundesverwaltungsamt
Das Bundesverwaltungsamt ist die Antragsstelle für den Bildungskredit des Bundes - ein zinsgünstiges Darlehen bis 7.200 Euro für Lernende in fortgeschrittenen Ausbildungsabschnitten. Auszahlung und Verwaltung erfolgen anschließend über die KfW.
Anerkennungsstellen für ausländische Bildungsabschlüsse
Für die Anerkennung ausländischer Schul- und Berufsabschlüsse existieren in allen Bundesländern eigene Anerkennungsstellen. Der zentrale Einstieg ist das bundesweite Portal „Anerkennung in Deutschland", das die jeweils zuständige Stelle vermittelt. Bei Anerkennungsverfahren werden in der Regel beglaubigte Übersetzungen der Originalzeugnisse benötigt.
Beratungsangebote bei Bildungseinrichtungen
Volkshochschulen
Volkshochschulen bieten neben Vorbereitungskursen auch persönliche Beratung zu Schulabschluss-Wegen an. Die Beratung ist meist kostenfrei und kann auch ohne anschließende VHS-Anmeldung in Anspruch genommen werden. Die regionale VHS ist über die Stadtverwaltung oder das Internet leicht zu finden.
Private Fernschulen
Private Fernschulen wie ILS, SGD, HAF, Fernakademie oder Laudius bieten in der Regel ein vierwöchiges kostenloses Probestudium an. In dieser Zeit kann der Kurs unverbindlich getestet werden - bei Unzufriedenheit ist ein Ausstieg ohne Kosten möglich. Vor der endgültigen Anmeldung lohnt der direkte Vergleich mehrerer Anbieter.
Abendschulen und Kollegs
Abendschulen und Kollegs bieten regelmäßig Informationsabende und Tag-der-offenen-Tür-Veranstaltungen, an denen sich Interessierte ein Bild vom Schulalltag machen können. Persönliche Beratungsgespräche sind in der Regel über das Schulsekretariat zu vereinbaren.
Tipps für die Entscheidungsfindung
Schritt 1: Den eigenen Bildungsbedarf klären
Vor der Wahl einer Schulform sollte klar sein, welcher Abschluss konkret benötigt wird. Für eine angestrebte Berufsausbildung reicht häufig der Realschulabschluss. Für ein Studium führt der Weg über die Fachhochschulreife, das Fachabitur oder das Abitur. Die Anforderungsanalyse der angestrebten Position oder des Studiengangs gibt die nötige Orientierung.
Schritt 2: Realistische Selbsteinschätzung
Wer eine eigenständige Lernroutine hat, kommt mit einem Fernkurs oder der Externenprüfung gut zurecht. Wer Struktur und Lerngruppen braucht, ist an einer Abendschule oder Volkshochschule besser aufgehoben. Eine ehrliche Einschätzung der eigenen Lern- und Lebensumstände beugt einem späteren Abbruch vor.
Schritt 3: Finanzierung prüfen
Schon vor dem Start sollte die Finanzierung geklärt sein. Bei staatlichen Schulen kommen Schüler-BAföG oder Bildungsgutschein in Frage; bei privaten Anbietern Bildungskredit, Ratenzahlung oder steuerliche Absetzbarkeit. Eine Übersicht: Fördermöglichkeiten und Zuschüsse.
Schritt 4: Mit Probemonat starten
Wer sich für einen Fernkurs entscheidet, sollte das kostenlose Probestudium nutzen. So lässt sich vor verbindlichem Vertragsabschluss prüfen, ob die Lehrmethode zur eigenen Lernweise passt. Bei Nichtgefallen ist ein Ausstieg ohne Kosten möglich.
Schritt 5: Lernzeit realistisch einplanen
Die nominalen Bildungsgang-Dauern entsprechen meist nicht der tatsächlichen Lernzeit für Berufstätige oder Familienverantwortliche. Realistisch sollten 20-40 Prozent mehr Zeit eingeplant werden. Eine längere Bildungsphase ist häufiger die Regel als die Ausnahme.
Häufige Fragen
Wo finde ich die für mich zuständige Beratungsstelle?
Die Schulberatung der Kommune ist die erste Anlaufstelle. Sie ist über die Stadtverwaltung erreichbar. Für Förderfragen ist die örtliche Arbeitsagentur oder das BAföG-Amt zuständig. Bei Anerkennungsfragen ausländischer Abschlüsse hilft das bundesweite Portal „Anerkennung in Deutschland" weiter.
Ist die Beratung kostenfrei?
Ja. Sowohl die kommunale Schulberatung als auch die Beratung durch Bundesagentur für Arbeit, BAföG-Amt und Bildungseinrichtungen wie Volkshochschulen ist kostenfrei. Bei privaten Fernschulen kann eine erste Beratung ebenfalls kostenfrei sein - vor verbindlicher Anmeldung sollte das Probestudium genutzt werden.
Welche Unterlagen sollte ich zur Beratung mitbringen?
Letzte Schulzeugnisse, Berufsausbildungszeugnis (falls vorhanden), aktuelle Arbeitsbescheinigung oder Bescheid über Arbeitslosigkeit, gegebenenfalls Geburtsurkunde und Personalausweis. Bei Anerkennungsfragen ausländischer Abschlüsse zusätzlich beglaubigte Übersetzungen der Originalzeugnisse.
Welche Online-Quelle ist am verlässlichsten?
Bei rechtlich verbindlichen Auskünften - etwa Anerkennung von Abschlüssen, BAföG-Berechtigung oder Externenprüfungs-Anmeldung - sind nur die offiziellen Stellen der Bundesländer, der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesverwaltungsamts maßgeblich. Allgemeine Informationen bieten Schulberatung, Kammern (IHK, HWK) und Verbraucherzentralen.
Wo finde ich Erfahrungsberichte zu Fernschulen?
Verbraucherzentralen und unabhängige Verbraucherportale veröffentlichen regelmäßig Vergleiche und Bewertungen von Fernschul-Anbietern. Bei Online-Bewertungen ist Vorsicht geboten - die Authentizität ist nicht immer überprüfbar. Direkter Kontakt mit ehemaligen Lernenden über lokale Bildungsstellen ist oft aussagekräftiger.
Wie lange dauert eine Beratung?
Eine erste persönliche Beratung bei der Schulberatung dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten. Bei der Bundesagentur für Arbeit kann ein erster Termin 45 bis 60 Minuten in Anspruch nehmen. Für eine fundierte Entscheidung sollten mehrere Beratungstermine bei verschiedenen Stellen eingeplant werden.
Der schnellste Weg für die meisten Berufstätigen ist die Fernschule - ortsunabhängig, im eigenen Tempo. Die drei staatlich zugelassenen Anbieter im direkten Vergleich:
Drei anerkannte Fernschulen im Überblick
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