Start › Telekolleg: Fachhochschulreife nachholen
Telekolleg: Fachhochschulreife nachholen
Das Telekolleg ist eine Sonderform des Zweiten Bildungswegs, bei der der Lehrstoff über Lehrsendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen - vor allem in BR-alpha und ARD-alpha - vermittelt und durch begleitende Studienhefte sowie Präsenzphasen an Samstagen ergänzt wird. Der Bildungsgang führt zur Fachhochschulreife und ist staatlich anerkannt. Die Gesamtdauer beträgt rund 24 bis 36 Monate; die Kosten liegen mit Anmelde- und Prüfungsgebühren in einer mittleren Größenordnung.
Das Telekolleg wird hauptsächlich im süddeutschen Raum angeboten - vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen. In anderen Bundesländern ist die Teilnahme zwar grundsätzlich möglich, aber mit erhöhtem organisatorischen Aufwand verbunden.
Was ist das Telekolleg?
Das Telekolleg ist ein staatlich anerkannter Bildungsgang des Zweiten Bildungswegs, der den klassischen Schulunterricht durch Lehrsendungen im Fernsehen ersetzt. Es wurde 1967 gegründet und gilt damit als eines der ältesten Distance-Learning-Angebote in Deutschland - lange vor den digitalen Lernplattformen, die heute Fernkurse prägen.
Die Trägerschaft liegt bei den Landesmedienanstalten und den Kultusministerien der beteiligten Bundesländer. Aktive Träger sind insbesondere die Bayerische Rundfunkanstalt (BR), der Hessische Rundfunk und der Südwestrundfunk. Die Lehrsendungen werden über öffentlich-rechtliche Kanäle ausgestrahlt und stehen zusätzlich in den Mediatheken oder als Streaming-Angebot zum Abruf bereit.
Wie funktioniert das Lernen am Telekolleg?
Das Lernen kombiniert drei Elemente:
- Lehrsendungen: rund 200 Sendungen pro Bildungsgang, je 30 Minuten lang. Die Inhalte werden von Fachlehrkräften präsentiert und durch Animationen, Experimente und Praxisbeispiele unterstützt. Verfügbar im linearen Fernsehprogramm und in der Mediathek.
- Studienhefte: begleitende Lehrhefte zur Vertiefung des Stoffs, mit Übungsaufgaben und Tests zur Selbstkontrolle.
- Kollegtage: Präsenzphasen an Samstagen, etwa alle zwei bis vier Wochen. Hier werden Inhalte vertieft, Übungen gemeinsam besprochen und Probeklausuren geschrieben.
Die Kollegtage finden in regionalen Studienzentren statt - meist in größeren Städten der beteiligten Bundesländer. Die Teilnahme ist verpflichtend; ohne Kollegtag-Teilnahme keine Zulassung zur Abschlussprüfung.
Welche Abschlüsse sind am Telekolleg möglich?
Das klassische Telekolleg führt zur Fachhochschulreife. Daneben gibt es spezielle Telekolleg-Varianten:
- Telekolleg MultiMedial: Standardvariante zur Fachhochschulreife. Dauer rund 24 bis 36 Monate.
- Telekolleg Mittlere Reife: Vorbereitung auf den Realschulabschluss beziehungsweise Sekundarabschluss I. Wird in einigen Bundesländern angeboten.
- Vorkolleg: dient der Auffrischung der schulischen Grundlagen - kein eigenständiger Abschluss, aber als Brücke zum Telekolleg MultiMedial nutzbar.
Voraussetzungen für die Teilnahme
- Mindestalter: meist 18 Jahre.
- Vorbildung: für die Fachhochschulreife ist der Realschulabschluss beziehungsweise die Fachoberschulreife erforderlich. Personen mit Hauptschulabschluss können sich über das Vorkolleg vorbereiten.
- Berufsbezug: in einigen Bundesländern wird eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Berufspraktikum verlangt.
- Erreichbarkeit eines Kollegtag-Standorts: da die Präsenzphasen verpflichtend sind, sollte ein Studienzentrum in vertretbarer Entfernung liegen.
Dauer und Kosten
| Bildungsgang | Dauer | Kosten |
|---|---|---|
| Telekolleg MultiMedial (Fachhochschulreife) | 24-36 Monate | geringe Anmeldegebühr + Studienheftkosten |
| Telekolleg Mittlere Reife | 18-24 Monate | geringe Anmeldegebühr + Studienheftkosten |
| Vorkolleg | 6-12 Monate | meist kostenfrei |
Die Anmeldegebühr liegt typischerweise zwischen 100 und 300 Euro pro Trimester. Hinzu kommen Studienhefte (insgesamt 200-400 Euro über den ganzen Bildungsgang) und Prüfungsgebühren von 100 bis 200 Euro für die Abschlussprüfung.
Finanzierung und Förderung
Schüler-BAföG ist für das Telekolleg in vielen Bundesländern möglich, weil der Bildungsgang Schulstatus hat. Stand 2025/26 liegen die monatlichen Sätze in der Größenordnung von 700-950 Euro für Volljährige außerhalb des Elternhaushalts. Anträge laufen über das örtliche Amt für Ausbildungsförderung.
Daneben kann ein Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit infrage kommen - vor allem für Arbeitsuchende und Bürgergeld-Empfangende. Eine Übersicht aller Wege: Fördermöglichkeiten und Zuschüsse.
Für wen eignet sich das Telekolleg?
- Lernende mit hohem Strukturbedarf bei geringer Präsenzbereitschaft: klare Sendezeiten und Kollegtage ersetzen Disziplin, ohne wöchentlichen Schulbesuch zu fordern.
- Berufstätige im süddeutschen Raum: in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen ist die Infrastruktur am besten ausgebaut.
- Personen mit moderatem Budget: die Kosten liegen deutlich unter denen privater Fernschulen.
- Lernende mit Vorliebe für visuelle Aufbereitung: die Lehrsendungen sind didaktisch durchdacht aufbereitet mit Animationen und Praxisbeispielen.
Wer in einem Bundesland ohne aktive Telekolleg-Präsenz lebt, findet im Fernkurs oder an einer Abendschule meist die praktikablere Alternative.
Häufige Fragen
Welche Abschlüsse sind am Telekolleg möglich?
Das klassische Telekolleg MultiMedial führt zur Fachhochschulreife. In einigen Bundesländern gibt es zusätzlich das Telekolleg Mittlere Reife für den Realschulabschluss. Ein Vorkolleg bereitet auf das Telekolleg MultiMedial vor, ohne selbst einen Abschluss zu vergeben.
In welchen Bundesländern ist das Telekolleg verfügbar?
Aktive Träger sind die Bayerische Rundfunkanstalt (BR), der Hessische Rundfunk und der Südwestrundfunk. Damit wird das Telekolleg vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen angeboten. In anderen Bundesländern ist die Teilnahme grundsätzlich möglich, aber organisatorisch aufwendiger.
Wie funktionieren die Kollegtage?
Kollegtage sind verpflichtende Präsenzphasen an Samstagen, etwa alle zwei bis vier Wochen. Sie finden in regionalen Studienzentren statt und dienen der Vertiefung des Stoffs, gemeinsamen Übungen und Probeklausuren. Ohne Teilnahme keine Zulassung zur Abschlussprüfung.
Was kostet das Telekolleg?
Die Anmeldegebühr liegt zwischen 100 und 300 Euro pro Trimester. Hinzu kommen Studienhefte (200-400 Euro insgesamt) und Prüfungsgebühren von 100 bis 200 Euro. Die Gesamtkosten liegen damit deutlich unter denen privater Fernschulen.
Wie lange dauert ein Bildungsgang am Telekolleg?
Das Telekolleg MultiMedial zur Fachhochschulreife dauert 24 bis 36 Monate, je nach Vorbildung und Lerntempo. Das Telekolleg Mittlere Reife liegt bei 18 bis 24 Monaten. Ein Vorkolleg umfasst 6 bis 12 Monate.
Sind die Lehrsendungen frei verfügbar?
Die Lehrsendungen werden über öffentlich-rechtliche Kanäle (vor allem ARD-alpha, BR Mediathek) ausgestrahlt und stehen in den Mediatheken zur Verfügung. Eine offizielle Teilnahme am Telekolleg mit Anmeldung ist jedoch erforderlich, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden.
Der schnellste Weg für die meisten Berufstätigen ist die Fernschule - ortsunabhängig, im eigenen Tempo. Die drei staatlich zugelassenen Anbieter im direkten Vergleich:
Drei anerkannte Fernschulen im Überblick
Kostenloses Infomaterial direkt beim Anbieter anfordern - vergleichen lohnt sich, die Kurse unterscheiden sich in Dauer, Service und Preis.

SGD Studiengemeinschaft Darmstadt
Staatlich zugelassen (ZFU) · seit 1948
- Realschul-Abschluss
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Bundesweit anerkannt · seit 1948

Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich zugelassen (ZFU) · Klett-Gruppe
- Realschul-Abschluss
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Klett-Gruppe · ZFU-zertifiziert

ILS Institut für Lernsysteme
Staatlich zugelassen (ZFU)
- Realschul-Abschluss
- 4 Wochen kostenloses Probestudium
- Deutschlands größte Fernschule
Die vorgestellten Fernschulen sind Werbepartner. Bei einer Bestellung von Infomaterial über einen dieser Links erhalten wir ggf. eine Provision - für Sie bleibt es kostenlos und unverbindlich.